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Siegfried Reda zum 100. Geburtstag

Die Kirchenmusik als Ort der Erinnerung:
Siegfried Reda zum 100. Geburtstag
Von Elisabeth Reda
Kein Jahr vergeht, ohne dass es zu Ehren eines bestimmten Komponisten ausgerufen wird: ein ‚Bach-Jahr‘ zum 330. Geburtstag des großen Johann Sebastian, 2014 das Jubiläum seines Sohnes in einem ‚C.P.E.-Jahr‘, das ‚Wagner-Jahr‘ 2013. Meistens sind es in einem Jahr sogar mehrere Komponisten, derer in Konzerten, Tagungen und Veröffentlichungen gedacht wird. Und nicht nur Künstler ereilt ein plötzliches Erstrahlen im Rampenlicht der Erinnerung während ihrer runden Geburtstage, auch gesellschaftspolitische Ereignisse wie beispielsweise der Kriegsbeginn des Ersten Weltkriegs oder der Fall der Mauer werden zu Gegenständen ritualisierten Gedenkens. Menschen brauchen Erinnerungen. Persönliche und gesellschaftliche Identitäten entstehen maßgeblich auf der Basis von Erinnerungen – nicht ganz grundlos ist die Erinnerungsforschung in den letzten Jahren zu einem der großen Themen geworden. Dabei spielt nicht nur der Inhalt der Erinnerung eine Rolle, sondern vor allem die Reflektion der Bedeutung des Erinnerten, durch die schließlich der Blick auf eine Zukunft freigegeben wird. Kann man also im Jahr 2016 von einem ‚Reda-Jahr’ sprechen? Sicherlich ist die Aufmerksamkeit, welche dem 100. Geburtstag Siegfried Redas (1916-1968) entgegen gebracht wird, nicht zu vergleichen mit den Feiern zu den oben genannten Beispielen. Doch tatsächlich sein Name in den Mündern der kirchenmusikalisch Interessierten in diesem Jahr auffallend präsent und es scheint lohnenswert, sich Gedanken darüber zu machen, welchen Stellenwert ein Komponist wie Reda hundert Jahre nach seiner Geburt und fast 50 Jahre nach seinem Tod in der kirchenmusikalischen Erinnerungskultur des 21. Jahrhunderts noch hat.

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