Anna Lapwood ist ein Phänomen, das die Orgel- und damit auch die Kirchenmusikszene nicht ignorieren kann. Millionen Follower und tausende Besucher interessieren sich plötzlich für die Orgel – oder nur für die Organistin und was sie nachts in der Royal Albert Hall erlebt? Generiert die Londonerin Anna Lapwood ein neues Publikum für die Orgel – oder nur für Anna Lapwood?
Interessieren sich Menschen plötzlich für Orgelmusik – oder nur für auf der Orgel gespielte Filmmusik von Einaudi bis Zimmer?
Der Schriftleiter der Württembergischen Blätter, KMD Michael Bender, hat in ebendiesen Blättern einen kritischen Text zum Phänomen Lapwood verfasst. Freundlicherweise hat er uns gestattet, den Text nachzudrucken, wissend, dass wir – dem Anspruch des FORUMS, ein Forum zu sein, gerecht werdend – seinem Text eine Gegenrede hinzufügen würden. Beiden Autoren sei herzlich für die Bereitschaft gedankt, hierbei mitzuwirken. Unsere Leserschaft sei ermuntert, sich der Diskussion anzuschließen. Wie ist das bei Ihnen? Sind Ihre Orgelkonzerte dank Anna Lapwood nun voller?
Hier aber zunächst der Text von KMD Michael Bender, gefolgt von der Erwiderung von ForumMitherausgeber Prof. Dr. Birger Petersen:
von KMD Michael Bender
Der Kölner Dom fasst 4.000 Menschen. Nachdem der Platz nicht reichte, entschied sich die Organistin kurzerhand, ein zweites Konzert anzuschließen. Und dennoch mussten die Veranstalter weitere 5.000 Menschen nach Hause schicken. Sage und schreibe 13.000 Menschen standen am 15. Juli in einer 1,5 Kilometer langen Schlange an, um die britische Organistin Anna Lapwood zu hören…