Zum 100. Geburtstag

Ruth Zechlin: Komponistin – Cembalistin – Organistin – Lehrerin

Von Ludwig Audersch

Neugierig arbeite ich mich in einigen Listen mit Musikerjubiläen des Jahres 2026 bis zum Buchstaben Z vor. Dort finde ich zwar den charmanten Domenico Zipoli, gestorben 1726, nicht aber (außer im FORUM KIRCHENMUSIK 4.2025, S. 32) Ruth Zechlin, die 1926 geboren wurde und eine der herausragendsten deutschen Musikerpersönlichkeiten des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts war … Nun ja …

Ruth Zechlin wird am 22. Juni 1926 im sächsischen Großhartmannsdorf geboren, zwei Jahre später siedelt die Familie nach Leipzig über. Mit fünf Jahren erhält Ruth dort ihren ersten Klavierunterricht, mit sieben entstehen erste Kompositionen. 1943 beginnt sie ein Studium an der Leipziger Musikhochschule, das durch die kriegsbedingte Schließung des Institutes unterbrochen wird. Zu ihren wichtigen Lehrern gehören Karl Straube, Johann Nepomuk David und Günther Ramin. Der Weg in Straubes Orgelklasse geschieht auf denkbar unkonventionelle Weise: sie trifft Straube in der ersten Nachkriegs-Motette in der Thomaskirche und fragt, ob sie – wenn die Hochschule wieder eröffnet würde – bei ihm studieren dürfe. Da ist sie bereits nebenamtliche Organistin der Nikolaikirche und kann Straube dann zu Unterrichtszwecken ihre Orgel anbieten…

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