Felix Mendelssohn Bartholdys Vertonung des 42. Psalms

Beobachtungen zur Textgestaltung
von Hermann Patsch

Felix Mendelssohn Bartholdys op. 42 Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser für Soli, Chor und Orchester, entstanden 1837/1838, gilt als ein herausragendes Beispiel romantischer Psalmenvertonung. Als solche wird sie zunehmend aufgeführt. Von der reichen musikalischen Gestaltung soll hier aber nicht die Rede sein, sondern von der Bearbeitung der biblischen Textgrundlage durch den Komponisten. Ob Mendelssohn Bartholdy sich wie bei den großen Oratorien von seinem geistlichen Freund Julius Schubring (1806–1889) hat beraten lassen, ist brieflich nicht bezeugt. Das ist bei dem kurzen Psalmtext von zwölf Versen auch keineswegs vorauszusetzen. Der Komponist war als evangelischer Christ zu Kürzungen und gezielten Umarbeitungen selbst hinreichend befugt. Und er hat es mit theologischer Tiefe getan, wie im Folgenden gezeigt werden
soll…

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