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Anmerkungen zu den „leichteren“ Orgelwerken Max Regers

Von Paul Thissen
Im Mittelpunkt des vorliegenden kleinen Textes stehen, neben einem biografischen Abriss, Bemerkungen zu Regers kürzeren, technisch etwas weniger anspruchsvollen Kompositionen für die Orgel, die der Komponist mitunter als „Erholungskomposition“ oder aber als „Übungen für die musikalische Keuschheit“ verstanden hat.

Die Kindheit verbrachte der 1873 geborene Max Reger in Brand und Weiden in der Oberpfalz. 1890 wird Reger Schüler Hugo Riemanns. 1896 beginnt für Reger die Militärzeit, die mit dem hemmungslosen Konsum von Betäubungsmitteln und Alkohol sowie psychotischer Gewalttätigkeit in einem Desaster endet. 1898 kehrt Max als menschliches Wrack nach Weiden zurück. Hier kommt es nun zu einem ungeheuren Schaffensschub. Es entstehen u. a. fast sämtliche großen Orgelwerke (bis einschließlich op. 52), Von den vielen – auch brieflichen – Kontakten, die Reger in dieser Zeit pflegte, war der zu Karl Straube am wichtigsten, denn er brachte nicht nur nahezu alle bedeutenden Orgelwerke seines Freundes zur Uraufführung, sondern besaß auch das Privileg, Regers Schaffen kritisieren zu dürfen, ohne seiner Verdammnis anheim zu fallen. 1901 zieht Reger mit der Familie nach München, wo man eine berufliche Perspektive für ihn sieht. Als er 1902 Elsa von Bercken heiratet, eine geschiedene Offiziersfrau und Protestantin, bedeutete dies den endgültigen Bruch mit den Eltern. Die Violinsonate C-Dur op. 72 (mit den „Schimpfthemen“ es-c-h-a-fe und a-f-f-e [Widmungsvorschläge: Den deutschen Kritikern oder An Viele]) und der Gesang der Verklärten op. 71 sind die Münchener Durchbruchwerke…

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