Zentralrat

Frühjahrssitzung in Erfurt
Mit dem Augustinerkloster in Erfurt hatte der einladende Verband der Evangelischen Landeskirche in Mitteldeutschland einen traditionsträchtigen Ort für die Frühjahrssitzung des Zentralrates gewählt. Erbaut wurde die Kirche und die Klosteranlage der Augustiner-Eremiten um 1300. Sie gelten als großartiges Zeugnis mittelalterlicher Ordensbaukunst. Vom 17. Juli 1505 bis in den Herbst des Jahres 1511 lebte Martin Luther im Kloster und kehrte 1521 nach Erfurt zurück, um in der Augustinerkirche zu predigen. Am 7. April 1521 predigte der Reformator auf seiner Fahrt zum Reichstag in Worms in der überfüllten Augustinerkirche. In dieser Predigt fiel der Satz: „Ich will die Wahrheit sagen und muss es tun, und sollte es mich zwanzig Hälse kosten“.
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist eine von 20 Gliedkirchen der EKD. Das Landeskirchenamt befindet sich in Erfurt. Der Sitz des Landesbischofs ist Magdeburg. Die EKM wurde am 1. Januar 2009 durch Vereinigung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen gebildet. Die EKM hat ca. 750.000 Gemeindeglieder in 1.922 Kirchengemeinden. Damit hat die EKM die meisten Gotteshäuser aller Landeskirchen in Deutschland. Jede fünfte evangelische Kirche steht auf dem Gebiet der EKM. Zugleich stellen die Gemeindemitglieder nur 3,4 Prozent der deutschen Protestanten dar.

Dietrich Ehrenwerth, Landeskirchenmusikdirektor der Mitteldeutschen Kirche und Kantor am Augustinerkloster, begrüßte die Mitglieder des Zentralrates und gab einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung Erfurts und Informationen über die aktuellen Situation der Landeskirche.
Traditionell eröffnete Präsident Christoph Bogon die Tagung mit dem Bericht des Präsidiums.
In der letzten Vorstandssitzung des Verbandes wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, kirchenmusikalischer Kompetenzen in die theologisch dominierte Diskussion über das neue Gesangbuch einzubringen. Die Überarbeitung der C-Ausbildungssynopse steht noch aus, befindet sich aber in Arbeit. Die Amtszeit der beiden stellvertretenden Vorsitzenden läuft im Herbst aus. Neuwahlen sind erforderlich.

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