Ernst Theodor Amadeus Hoffmann und seine Beziehung zur Kirchenmusik

Ein Beitrag zum 250. Geburtstag
des Kammergerichtsrates, Dichters, Komponisten, Musikers und Malers

Von Andreas Rockstroh

Dieser Musiker und Komponist dürfte heute im (kirchen-) musikalischen Bereich kaum eine große Rolle mehr spielen. Das Ziel meiner Ausführungen ist es, auf einige Raritäten und Neuentdeckungen hinzuweisen, die eine Wiederaufführung rechtfertigen würden. E.T.A. Hoffmann erlangte vor allem durch seine zahlreichen Romane (teilweise mit autobiografischen Zügen), Märchen, Erzählungen und Rezensionen Weltruhm und wird auch heute weltweit gelesen, so z. B. die Märchen Nussknacker und Mausekönig oder Der goldene Topf, Ritter Gluck u.v.m.
Hoffmanns Lebensstationen waren neben Königsberg (heute Kaliningrad / Russland), wo er am 24. Januar 1776 geboren wurde, Glogau, Posen, Plock, Warschau, Bamberg und Berlin, wo er am 25. Juni 1822 starb. Nach Scheidung der Eltern wuchs der erst Zweijährige bei seiner Mutter und deren Verwandtschaft, insbesondere beim Onkel Otto Wilhelm Dörffer auf.
Schon sehr früh legte der Onkel die ersten musikalischen Grundlagen im Klavierspiel, welche dann durch den Organisten an der Altstädtischen Pfarrkirche (Hoffmanns evangelische Taufkirche), Carl Gottlieb Richter (1778–1809)und den Königsberger Domorganisten Christian Wilhelm Podbielski (1741–1792), einem Enkelschüler J. S. Bachs, intensiviert wurde. Hier kam er mit den alten Meistern, wie J.S. Bach und C.Ph.E. Bach in Berührung und erhielt Anweisungen zum Generalbassspiel und Anleitungen zur Komposition.
Später erhielt er auch beim Kantor des seit 1791 an der Königsberger Domkirche tätigen Otto Christian Gladau (1770–1835), Harmonielehre und Geigenunterricht und brachte sich das Spiel auf der Harfe selbst bei. In Berlin nahm Hoffmann 1798 bei Johann Friedrich Reichardt (1752–1814) Kompositionsunterricht. Eine lebenslange Freundschaft verband ihn mit seinem Königsberger Jugendfreund Johann Gottlieb von Hippel (1775–1843) und mit Julius Eduard Hitzig (1780–1849), den er 1804 in Warschau kennenlernte und der nach seinem Tode sein erster Biograf wurde.
Hoffmanns großes Vorbild W. A. Mozart, den er zu Lebzeiten nie kennenlernte, war sein großes Idol und aus diesem Grund änderte er aus Verehrung im Jahr 1804 seinen dritten Vornamen Wilhelm in Amadeus um…