Die FORUM-Jahresreihe 2026 befasst sich mit dem chorischen Einsingen in ganz unterschiedlichen Situationen. Nach dem „ganz normalen“ Abendeinsingen und dem Turbo-Einsingen vor dem Gottesdienst geht es diesmal um das Einsingen mit viel Zeit – z. B. am Probenwochenende. Autor ist der in Südafrika geborene Ernst Buscagne. Buscagne, seit 2002 in der Schweiz lebend, war vor seinem Kirchenmusikstudium Bassist am Zürcher Oper, dann bis 2020 Kantor der ref. Kirchengemeinde Egg und ist nun Chorleitungsprofessor an der Zürcher Hochschule der Künste. Sein Thema:
Das Proben-Wochenende fit und munter überstehen
Wann hat man als Chorleitende:r schon „ganz viel Zeit“ für das Einsingen? Im Proben-Alltag werden wir von Zwängen und Zeitdruck vorangetrieben und müssen oft bei der stimmbildnerischen Arbeit mit unserem Instrument, dem Chor, Zeit sparen. Wenn man darüber nachdenkt und eine Analogie zu anderen Instrumenten sucht, ist dies eigentlich fatal, denn nur durch gezielte und regelmäßige stimmbildnerische und klangliche Arbeit können wir unsere Chorsänger:innen dazu befähigen, ihr Bestes zu geben bzw im Konzert über sich hinauszuwachsen.
Wir sind beim Setting eines Proben-Wochenendes angelangt und versprechen uns davon sehr viel! Zu viel? Eine Sache ist klar: an einem Proben-Wochenende habe ich endlich Zeit für Neues oder auch, um das, was man im Kleinen im Proben-Alltag macht, zu vertiefen. Auf jeden Fall sollte man vor dem Probenbeginn am Wochenende ein ganz klares Bild davon haben, was man erreichen möchte, wie viel Spielraum es zur freien Gestaltung gibt und was man am Ende des Wochenendes erreicht haben sollte. Denn letztlich gehört wohl mehr zu einem wohlklingenden und „stimmgesunden“ Resultat, als auf den ersten Blick ersichtlich sein mag …