Tagung

„Alles im Fluss – Berufsbild Kirchenmusik im 21. Jahrhundert“
Bericht über die Tagung am 4./5.3.2020 in Frankfurt/M.
Von Beate Besser
Struktur
Es kann gleich am Anfang aus Überzeugung gesagt werden: Dieser Bericht hat eine hochkarätige Tagung zum Gegenstand. An immerhin nur eineinhalb Tagen kamen Interessierte aus nahezu allen Sparten der evangelischen Kirchenmusik zusammen, um in unterschiedlichsten methodischen Formaten zu hören und zu debattieren. Da gab es zwei Vorträge, über die allein es lohnen würde, weiter nachzudenken. Zwei Podien in unterschiedlicher Besetzung hatten das Themenfeld aus unterschiedlicher Perspektive zu beleuchten. Es gab Phasen für moderierte Gruppengespräche genauso wie Zeit zum freien Austausch. So war das Programm dicht gefüllt und die Teilnehmenden waren am Ende angefüllt mit Ideen, Eindrücken, Begegnungen und sicher auch Fragen oder Widerspruch.
Teilnehmende
Vorbereitet und geleitet wurde die Tagung von Mitgliedern des Vorstandes der Direktorenkonferenz und der Ev. Akademie Frankfurt/M. Die hochprofessionelle Tagungsmoderation und die differenzierten fachlichen Impulse gingen Hand in Hand, so dass das straffe Programm auch eingehalten werden konnte. Diese verantwortlichen Personen sollen hier auch namentlich genannt werden: Präsident LKMD Cord Michaelis, LKMDin Christa Kirschbaum und Prof. Stefan Viegelahn von der Direktorenkonferenz, Dr. Thomas Latzel von der Ev. Akademie und Dr. Steffen Bauer als Tagesmoderator. Für die inhaltlichen Impulse durch Vorträge, Podien und weitere Statements waren insgesamt 20 Personen aus Kirchenmusik und Theologie, Kirche und Gesellschaft eingeladen worden. So ergab sich ein buntes Spektrum der Perspektiven. Diese Namen alle aufzuzählen, würde hier zu weit führen, aber es kann gelten: alle Personen, die Ihnen dazu einfallen, waren da!Das Thema stieß offenbar auf großes Interesse, denn insgesamt waren fast 100 Personen versammelt: LKMDs und Hochschullehrer, Erfahrene und Jüngere, Popmusiker*innen und Studierende, Theolog*innen (auch aus Kirchenleitungen) und ökumenische Gäste – alles längst stilübergreifend. Nur eine Sparte habe ich vermisst: es war niemand aus der Posaunenarbeit dabei – schade, denn hier hätte es noch manchen interessanten Impuls geben können.
Impulse
Es ist weder möglich noch sinnvoll, in einem Bericht alle Themen aufzuzeigen und die umfänglichen Diskussionen widerzuspiegeln. Es sollen einige Argumente und Impulse nach eigener Entscheidung aufgegriffen werden und zum eigenen Weiterdenken anregen.Kirche als Gemeinschaft der Glaubenden kommt im Grunde aus einer Verlusterfahrung, wie sie in beiden Testamenten in verschiedenen Stellen sichtbar wird. Die Bibel ist dabei weniger zu lesen als viel mehr zu betreten. Christus ist nicht einfach da – er kommt und er geht. Das bedingt die Haltung einer radikalen Gegenwärtigkeit. Kirche wäre dann ein Netzwerk der Gelegenheiten, Kirchenmusik ist Gemeinde auf Zeit. Die unmittelbarste Gestalt von Gemeinde wäre eine singenden und betende („Lobeamt“). Dieses Amt ist eben mehr als das Wort, sondern auch Musik und Raum – in dieser Trias…

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