Orgelunterricht

Orgel im Kindergarten
Von Johanna Wimmer
Seit mehreren Jahren erleben wir, dass es immer weniger Organist*innen gibt, Gottesdienste ohne Orgelspiel stattfinden und die Nachfrage neuer Orgelschüler kaum von alleine kommt.
Viele Ansätze haben nun Kinder ins Visier genommen. Galt es früher als Voraussetzung, Klavier spielen zu können, um an die Orgel zu dürfen, so wird das heute nicht mehr von allen Lehrern verlangt. Orgelführungen bringen Kindern das Instrument und seine Funktionsweise näher. So wird bei Vielen die Begeisterung für die „Königin der Instrumente“ geweckt.
Was bisher noch kaum praktiziert wird, ist allerdings Unterricht mit diesen Kindern. Ich habe mich gefragt, ob man nicht auch mit den ganz Kleinen schon Orgel spielen kann. Unter Geigern und Pianisten ist es gar keine Frage mehr, ob es möglich ist mit vier Jahren zu beginnen. Dort wird eher der Vorteil gesehen, in diesem Alter spielerisch die Grundlagen des Instrumentalspiels legen zu können. Warum sollte das an der Orgel nicht möglich sein? Also begann ich 2013 damit, Kindergartenkinder zu unterrichten und habe im Rahmen meines Kreiskantorats in Herford momentan 17 Schüler*innen. Interessenten gab es immer genug. Die Begeisterung der Kinder und ihre unkonventionelle Herangehensweise an die Orgel inspirieren mich mich als Lehrerin immer wieder. Allerdings fehlte mir Unterrichtsmaterial. Klavierschulen waren nicht optimal, da die Kinder gerade das Pedal unglaublich spannend fanden und dort am liebsten spielten. Die Fuß-Koordination funktioniert bei Dreijährigen auch viel besser als die der Finger. So schrieb ich den Kindern eigene Übungen und merkte schnell, was funktioniert und was nicht…

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